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Stellungnahme des Vorstandes des 1. FC Lok Leipzig

October 7, 2009

„Mit Bestürzung hat der 1. FC Lok Leipzig die erneut ausufernde
Brutalität zur Kenntnis genommen und verurteilt ausdrücklich den
gewalttätigen Angriff von militanten Neonazis auf Fans der BSG Chemie
Leipzig. Unsere Wünsche gelten der schnellsten Genesung des
Schwerverletzten. Wir plädieren ausdrücklich dafür, dass mit Hilfe der
Opfer, Zeugen und von Beweisen durch Polizei und Staatsanwaltschaft für
lückenlose Aufklärung gesorgt werden kann, um die Täter rechtskräftig zu
verurteilen.

Mit allem Nachdruck widerspricht der 1. FC Lok jeglichen Vorwürfen und
Anschuldigungen, dass einzelne Täter direkt mit dem Verein in Verbindung
gebracht werden. Ein sich öffentlich zu dem Überfall bereits bekennender
Beteiligter hat seit Frühjahr 2007 Hausverbot auf dem Vereinsgelände und
im Bruno-Plache-Stadion sowie seit 2008 ein NOFV-weites Stadionverbot.
Vier weitere Sanktionen in Form von Haus- und NOFV-weitem
Stadionverboten hat der 1. FC Lok aufgrund der Vorkommnisse in dieser
Woche verhängt. Bei weiterer Identifizierung von beteiligten Personen,
die sich ihrer Meinung nach als Anhänger des Vereins sehen, wird der 1.
FC Lok konsequent die Mittel des Haus- und NOFV-weiten Stadionverbotes
durchsetzen.

Die anhaltenden Auseinandersetzungen haben – wenn überhaupt jemals ein
Bezug dazu verortet werden durfte – die Rivalität im Rahmen des Fußballs
seit langer Zeit verlassen. Wie bereits betont, versuchen dennoch
einzelne Personen kontinuierlich den 1. FC Lok als Plattform politisch
rechtsextremer und gewalttätiger Ideologien auszunutzen und zu
missbrauchen. Damit gerät das über Jahre hinweg von unzähligen
Mitgliedern, ehrenamtlichen Helfern, Fans, Freunden, Sponsoren und
Förderern Aufgebaute in Gefahr. Das wird der 1. FC Lok nicht zulassen.
Er verurteilt diese dem Verein und seinen Grundsätzen in höchstem Maße
schädliche Bestrebungen auf das Schärfste und wird auch in Zukunft
konsequent alles ihm Mögliche unternehmen, um dies zu verhindern.

Trotzdem sind wir uns im Klaren, dass dem  1. FC Lok aufgrund jeglichem
dem Verein zutiefst schädigenden Verhalten – sei es an Spieltagen oder
darüber hinaus – Ansehen, Fans, Förderer und Sponsoren verloren gehen
und Neue auch deshalb erst gar nicht gewonnen werden können. Vor allem
ohne die überwältigend große Anzahl von Fans wäre diese sportlich
einmalige Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Offizielle,
Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer, Spielerinnen und Spieler und vor
allem die Fans repräsentieren den Verein in der Öffentlichkeit. Deshalb
rufen wir alle Fanclubs, Fans und Sympathisanten des 1. FC Lok
nachhaltig zu fairem, respektvollem, tolerantem und friedlichem
Verhalten auf. Achtet aufeinander, provoziert nicht und lasst euch nicht
provozieren, meidet aufkommende Konfliktsituationen, lebt euch
gegenseitig positive Leidenschaft zum Wohle des 1. FC Lok vor. Nicht
zuletzt die Fans bilden einen der wichtigsten Bestandteile für eine
erfolgreiche Zukunft des Vereins.

Mitglieder, die grob gegen die Identität, die Grundsätze und das
Interesse des Vereins verstoßen, werden nach Paragraf 11 Absatz 4 (a, b,
c und d) der Vereinssatzung aus dem Verein ausgeschlossen und können
einschließlich mit Haus- und NOFV-weitem Stadionverbot bestraft werden.
Bei Personen (Nicht-Mitglieder), die im „Namen“ des 1. FC Lok dagegen
verstoßen und ein derartig schädigendes  Verhalten an den Tag legen,
stehen dem Verein einzig die äußersten Mittel des Haus- und/oder
NOFV-weiten Stadionverbotes zur Verfügung.

Für den 1. FC Lok spielen mehr als 350 Fußballerinnen und Fußballer,
Frauen, Mädchen, Männer und Jungen aus 13 Nationen (unter anderem in 14
Nachwuchsmannschaften), der Verein ist mit 1.726 Mitgliedern der
zweitgrößte Fußballclub im Freistaat Sachsen. Wir können uns nur erneut
wiederholen, dass der 1. FC Lok im Bewusstsein seiner
gesellschaftlich-sozialen Verantwortung neben dem betriebenen
Leistungssport für eine aktive und erfolgreiche Jugend-, Sozial- und
Integrationsarbeit steht. Er lehnt – wie in der Vereinssatzung fest
verankert – jegliche Form von Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und
Gewalt ab. Unter anderem wird der 1. FC Lok in diesem Jahr zum dritten
Mal in Folge mit verschiedenen Aktionen an der europaweiten FARE-Woche
gegen Rassismus und Diskriminierung teilnehmen.“

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